Dumper stürzt 20 Meter Abhang hinunter: Fahrer (16) springt im letzten Moment ab

(Bonaduz GR). Am Donnerstagvormittag ist auf der Sculmserstrasse bei Bonaduz ein Dumper von der Strasse abgekommen und einen Abhang überschlagen.

Der Fahrer konnte rechtzeitig abspringen und verletzte sich leicht.

Polizei.news | Kanton Graubünden | Täglich aktuell

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Dumper stürzt einen Abhang hinunter.
  • Ort: Sculmserstrasse bei Bonaduz, Kanton Graubünden.
  • Datum: Donnerstag, 5. November 2026.
  • Tageszeit: Vormittag.
  • Fahrzeug: Dumper, ein Arbeitsfahrzeug für Materialtransporte.
  • Fahrer: 16-jähriger Jugendlicher.
  • Strassenverhältnisse: Einspurige Strasse im Baustellenbereich.
  • Ausgangssituation: Dem Jugendlichen kamen Fahrzeuge entgegen.
  • Ausweichmanöver: Dumper wurde bergseitig an den Strassenrand gelenkt.
  • Unfallhergang: Beim Zurückfahren auf die Fahrbahn geriet das Fahrzeug rechts über den Strassenrand.
  • Absturz: Rund 20 Meter den Abhang hinunter.
  • Überschlag: Der Dumper überschlug sich mehrfach.
  • Endlage: Auf einem tiefer gelegenen Feldweg, auf der Seite liegend.
  • Verletzungen: Der Fahrer wurde leicht verletzt.
  • Rettung: Rettung Chur brachte ihn zur Kontrolle ins Kantonsspital Graubünden.
  • Ermittlungen: Kantonspolizei Graubünden klärt die Unfallursache ab.

Der 16-Jährige war mit dem Dumper auf der einspurigen Sculmserstrasse unterwegs, als ihm auf der Baustelle Fahrzeuge entgegenkamen. Um diesem auszuweichen, lenkte er sein Arbeitsfahrzeug bergseitig an den Strassenrand. Als er anschliessend wieder auf die Fahrbahn zurückfahren wollte, geriet der Dumper rechts über den Strassenrand hinaus. Der Fahrer des Dumper konnte abspringen, bevor sich das Gefährt rund zwanzig Meter mehrmals einen Abhang hinunter überschlug und auf einem tiefer gelegenen Feldweg auf der Seite liegend zum Stillstand kam. Der leicht verletzte Fahrer wurde von einem Team der Rettung Chur zur Kontrolle ins Kantonsspital Graubünden gebracht. Die Kantonspolizei Graubünden klärt die Unfallursache ab.

 

Quelle: Kantonspolizei Graubünden
Bildquelle: Kantonspolizei Graubünden


Polizei.news informiert | Sicherheit mit Baumaschinen

Dumper am Abhang: Kippgefahr richtig einschätzen

Dumper transportieren auf Baustellen Erde, Kies, Schutt und andere Materialien. Die kompakten Arbeitsfahrzeuge werden häufig auf schmalen Zufahrten und unebenem Gelände eingesetzt. Dabei können steile Böschungen, weiche Strassenränder und beengte Platzverhältnisse erhebliche Gefahren darstellen. Besonders kritisch sind Situationen, in denen ein Dumper seitlich kippt oder über eine Geländekante gerät. Mit einer geeigneten Ausbildung, sorgfältiger Arbeitsplanung und den vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen lassen sich solche Risiken reduzieren. Die folgenden Hinweise sind allgemeine Sicherheitsempfehlungen und keine Beurteilung der noch ungeklärten Unfallursache bei Bonaduz.

1. Warum schmale Baustellenstrassen gefährlich sein können

Auf einspurigen Baustellenstrassen können Arbeitsfahrzeuge nicht immer problemlos aneinander vorbeifahren. Besonders in Hanglagen besteht die Gefahr, dass ein Fahrzeug beim Ausweichen zu nahe an eine Böschung oder an einen unbefestigten Strassenrand gerät. Nicht jeder Randbereich ist für das Gewicht einer Baumaschine ausreichend tragfähig. Fahrerinnen und Fahrer sollten deshalb nur ausgewiesene und sichere Ausweichstellen benutzen. Ist ein gefahrloses Kreuzen nicht möglich, muss die Situation vor dem Weiterfahren geklärt werden. Eine gute Verkehrsorganisation auf der Baustelle kann solche Konflikte vermeiden.

2. Überrollschutz und Sicherheitsgurt gehören zusammen

Bei Baumaschinen mit Überrollschutz ist es entscheidend, dass die Schutzvorrichtung korrekt eingesetzt wird und die fahrende Person den Sicherheitsgurt trägt. Der Überrollschutz soll bei einem Kippunfall einen geschützten Bereich schaffen. Ein Sicherheitsgurt hilft dabei, die Person innerhalb dieses Bereichs zu halten. Ohne wirksames Rückhaltesystem besteht die Gefahr, aus dem Fahrersitz geschleudert oder von der Maschine erdrückt zu werden. Deshalb müssen vorgeschriebene Gurten konsequent benutzt und beschädigte Rückhaltesysteme vor dem weiteren Betrieb instand gestellt werden.

3. Abspringen ist keine empfohlene Rettungsmethode

Im geschilderten Unfall konnte der Jugendliche nach Polizeiangaben rechtzeitig vom Dumper abspringen. Daraus darf jedoch keine allgemeine Handlungsempfehlung abgeleitet werden. Die Suva warnt ausdrücklich davor, während eines Kippvorgangs von einer Baumaschine abzuspringen. Häufig bleibt dafür zu wenig Zeit, und die betroffene Person kann unter die umstürzende Maschine geraten. Bei Maschinen mit vorgeschriebenem Überrollschutz und Sicherheitsgurt besteht das Schutzkonzept darin, die Schutzeinrichtungen korrekt zu benutzen. Welche Ausstattung beim verunfallten Dumper vorhanden war, geht aus der Polizeimeldung nicht hervor.

4. Welche Regeln gelten für jugendliche Baumaschinenführer?

Das Führen von Baumaschinen ist in der Schweiz grundsätzlich eine Tätigkeit mit besonderen Gefahren und erfordert eine entsprechende Ausbildung. Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten zusätzliche Schutzvorschriften. Ausnahmen sind für Lernende möglich, sofern der jeweilige Bildungsplan den Einsatz der betreffenden Maschine vorsieht und die vorgeschriebenen Schutzmassnahmen eingehalten werden. Dazu gehören eine geeignete Ausbildung, Instruktion und die erforderliche fachliche Betreuung. Ob im konkreten Fall eine zulässige Ausbildungssituation vorlag, lässt sich aus der Polizeimeldung nicht beurteilen.

5. Strassenränder und Böschungen sorgfältig prüfen

Baumaschinen können ein hohes Eigengewicht aufweisen und beladen zusätzliche Kräfte auf den Untergrund ausüben. Besonders bei aufgeschütteten, aufgeweichten oder unzureichend befestigten Strassenrändern kann die Tragfähigkeit eingeschränkt sein. Vor dem Befahren gefährdeter Bereiche muss deshalb beurteilt werden, ob der Untergrund ausreichend stabil ist. Wo Absturzgefahr besteht, sind geeignete Schutzmassnahmen erforderlich. Dazu können sichere Verkehrswege, ausreichend bemessene Abstände zur Geländekante und wirksame Abschrankungen gehören. Die erforderlichen Massnahmen müssen auf die örtliche Situation abgestimmt werden.

6. Begegnungsverkehr auf Baustellen organisieren

Wenn mehrere Fahrzeuge auf engen Zufahrten unterwegs sind, sollten die Verantwortlichen den Begegnungsverkehr möglichst klar regeln. Geeignete Ausweichstellen, definierte Fahrtrichtungen und eine abgestimmte Kommunikation können gefährliche Situationen reduzieren. Bei unübersichtlichen Stellen sind zusätzliche organisatorische Massnahmen sinnvoll. Besonders wichtig ist, dass alle beteiligten Personen die Verkehrswege und die geltenden Sicherheitsregeln kennen. Bestehen Zweifel, ob eine Passage sicher möglich ist, sollte das Manöver unterbrochen werden, statt ein riskantes Ausweichen zu erzwingen.

7. Nach einem Maschinenunfall richtig handeln

Nach einem Absturz oder Überschlag müssen zuerst die Gefahren für beteiligte Personen und weitere Einsatzkräfte beurteilt werden. Eine abgestürzte Baumaschine kann instabil liegen und sich unter Umständen weiterbewegen. Deshalb sollte sich niemand ungesichert in ihren Gefahrenbereich begeben. Verletzte Personen benötigen eine geeignete Erste Hilfe und gegebenenfalls medizinische Versorgung. Bei schweren Unfällen ist der Rettungsdienst über 144 erreichbar. Die Unfallstelle sollte für die erforderlichen Abklärungen möglichst unverändert bleiben, soweit dadurch keine zusätzlichen Gefahren entstehen.

Gut zu wissen: Die Sicherheitsvorschriften für Baumaschinen gelten nicht nur für grosse Bagger oder schwere Radlader. Auch Dumper benötigen je nach Bauart und Einsatz eine geeignete Ausbildung und die vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen. Besonders wichtig sind Sicherheitsgurten und Überrollschutz: Ein Sprung von einer kippenden Maschine ist nach den Präventionsempfehlungen der Suva keine sichere Alternative.

Praktischer Tipp: Vor jeder Fahrt mit einem Dumper sollten Fahrerinnen und Fahrer die Verkehrsroute, die Bodenverhältnisse und mögliche Absturzkanten prüfen. Kontrollieren Sie die vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen und legen Sie den Sicherheitsgurt an. Bei Begegnungsverkehr auf schmalen Wegen gilt: Nur dort ausweichen, wo die Tragfähigkeit und der nötige Platz gewährleistet sind. Im Zweifel anhalten und die sichere Weiterfahrt organisieren.

Weitere Informationen: Nachrichten zu Arbeitsunfällen, Baustellensicherheit und Prävention finden Sie bei Polizeinews Prävention und auf Polizeinews Graubünden.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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